Schön, dass Sie auf berliner-spreepark.de vorbei schauen. Hier erfahren Sie alles über den ehemaligen Berliner Freizeitpark.

Kapitel 4: Die Wende

Die ersten Kontakte zwischen Familie Witte und ihrem späteren "Spreepark" ergaben sich bereits im Jahre 1979, als Herr Wilhelm Vorlob, Pia Wittes Vater, eine in der DDR irreparable Achterbahn aus dem Kulturpark erwarb. Diese unverzichtbare Attraktion wurde zeitweilig durch eine kleinere Achterbahn des "VEB Staatszirkus der DDR" ersetzt. 1986 erwarb Norbert Witte diese Achterbahn und betrieb sie als mobiles Fahrgeschäft auf westdeutschen Rummelplätzen. Durch Schaustellerfreunde und Verwandte, die im Kulturpark arbeiteten und lebten, war Familie Witte des Öfteren im Plänterwald zu Gast und kannte sich vor Ort gut aus.

Nach dem Mauerfall 1989 stellt die Familie, zusätzlich zu den gut laufenden Geschäften in der BRD, ihre Karussells auch in der DDR auf. Sie stehen mit Karussells und Imbissbuden im Kulturpark, bekommen ein Grundstück in Brandenburg angeboten und möchten dies zu einem Freizeitpark umgestalten.


Foto: Eine abgebrannte Losbude


Mit der Wiedervereinigung fällt der Kulturpark in die Zuständigkeit des Berliner Kultursenats, welcher den Park erhalten möchte und im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung eine private Betreibergesellschaft sucht. Der ehemalige DDR-Rummelplatz soll als Freizeitpark nach westlichem Vorbild weiter existieren. Familie Witte verzichtet daraufhin auf das Grundstück in Brandenburg, weil sie die Bekanntheit des "Kultis" nutzen und die fast 100-jährige Tradition in Treptow weiterführen möchte. Schon der Vater von Norbert Witte stand bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem ehemaligen Rummelplatz in Treptow, an dessen Stelle sich heute das Sowjetische Ehrenmal befindet. Von sieben Bewerbern erhält die Betreibergesellschaft "Spreepark GmbH" den Zuschlag. Sie besteht aus der ehemaligen Verwalterin des Parks zu DDR-Zeiten, Gisela Brederlow, und einem Investor aus dem Westen, der Witte GmbH, vertreten durch Pia Witte und Hans-Ludwig Trümper.

Die Ausschreibung des Kulturparks zog selbstverständlich Auflagen mit sich. So mussten 10 Millionen DM Eigenkapital sowie eine unwiderrufliche Bankbürgschaft eines deutschen Kreditinstitutes in Höhe von 30 Millionen DM eingebracht werden. Zu DDR-Zeiten bestand das 60 ha große Betriebsgelände des Kulturparks aus einer nur 18 ha großen, asphaltierten Rummelfläche. Die restliche Fläche wurde für den Zirkusplatz, Wohnwagensiedlung, Wirtschaftshof und Verwaltung genutzt. Aus dem tristen Rummelplatz sollte ein Freizeit- und Familienpark mit vielen Wasser- und Grünflächen entstehen. Die in der Ausschreibung als Freizeitpark zu übergebende Fläche betrug damals 32 ha.


Foto: DDR-Kulturpark: Blick aus dem Riesenrad

Zeitgleich mit den Verhandlungen kamen bei Anwohnern und Umweltschützern gewisse Bedenken und Zweifel auf, woraufhin Abgeordnete des Kultursenats die Spreepark GmbH baten, den laut gewordenen Forderungen dieser Interessengemeinschaften entgegen zu kommen und schlugen einen Vergleich vor. Die Spreepark GmbH verzichtete infolgedessen auf eine geringe Fläche und gab sich zuversichtlich, mit den verbleibenden 28,5 ha die im Vertrag festgesetzte Besucherzahl von bis zu 1,8 Millionen Gästen pro Jahr zu erreichen. Als Vergleich zog man einen Freizeitpark in den alten Bundesländern heran, der bei gleicher Größe dieses Besucheraufkommen erreichte.


Foto: VORHER: Baustelle - Kanalfahrt und Amphitheater (1993)

1992 eröffnete der Spreepark im Plänterwald. Allein bis 1997 wurden, zur Hälfte durch Bankkredite, zur anderen Hälfte durch Eigenkapital und den Gewinn des Parks finanziert, 40 Millionen DM in die Umgestaltung des Parks investiert. Ein Viertel davon allein für Erdbauarbeiten. Als neue Attraktionen wurden zuerst die Riesentassen "Roting Cup" und das Zirkuszelt aufgebaut. Bald folgten die Schiffsschaukel "Pirat", die Familienachterbahn "Spree-Blitz", die Loopingbahn "Mega-Looping" und die Wildwasserbahn "Grand Canyon".


Foto: NACHHER: Der Spreepark - Blick aus dem Riesenrad (2000)

Aus dem großen Betonplatz rund ums Riesenrad entstand ein großer See mit Kanalfahrt und Amphitheater, in dem zweimal täglich eine Piraten-Stuntshow zu bestaunen war.


Foto: Szene aus der Piraten-Stuntshow: Der Schatz der Bounty

Eine weitere Sensation für die Parkbesucher war das im Sommer 1994 eröffnete Westerndorf, welches vom Schausteller Rolf Deichsel erbaut und betrieben wurde. Es gehörte jedoch nie zur Spreepark GmbH. Hier gab es alles, was das Herz begehrte: Einen Saloon, mehrere Spielhallen, Ponyreiten, Bälle-Paradies, Auto-Scooter und eine Western-Stuntshow auf dem Platz vor der Bank.


Foto: Szene aus der Western-Stuntshow: Geld und Gold

Von 1995 bis 1998 trat die "Stuntcrew Babelsberg" im Spreepark auf, später waren es dann die Stuntmans der "Stuntcrew Berlin".

>>> Weiter auf die nächste Seite >>>

Einen virtuellen Rundgang, Hintergrundinformationen sowie Archivmaterial (Fotos und Videos von Fahrgeschäften und Shows) finden Sie unter anderem auf der neuen ca. 8-stündigen Spreepark-DVD!

KONTAKT

Christopher Flade
Burgemeisterstr. 56
12103 Berlin

Kontakt

PARTNER

Deutsches Spionagemuseum Logo Park Center Treptow DDR Museum Berlin
Theater am Kurfürstendamm Filmpark Babelsberg
Kauperts My Theo Hops und Hopsi Kinderprogramm